Unsere Ausbildungsberufe | Altenpflege

Deutschland wird immer älter. Eine höhere Lebenserwartung und geringe Geburtenraten haben den Anteil der älteren Menschen in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren deutlich ansteigen lassen. Nach allen Prognosen setzt sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fort, so dass der Bedarf an professionell zu versorgenden und zu betreuenden pflegebedürftigen älteren  Menschen weiter zunehmen wird.


Die Altenpflegeausbildung beginntjeweils am 01. September eines Jahres. Vor Beginn einer Altenpflegeausbildung sind jedoch die Zugangsvoraussetzungen und die persönliche Ausbildungseignung zu beachten. Wichtig sind ebenso die persönliche Selbsteinschätzung und das Bewerbungsverfahren.  Für die Zeit der Ausbildung wird mit dem Träger der praktischen Ausbildung ein schriftlicher Ausbildungsvertrag geschlossen.

 

Zugangsvorraussetzungen

  • einen Realschulabschluss oder
  • einen anderen als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss oder
  • eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert, oder
  • einen Hauptschulabschluss und einen Abschluss in einer anderweitigen mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder
  • einen Hauptschulabschluss und den anerkannten Abschluss einer Ausbildung in der Kranken- /Altenpflegehilfe oder Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz
  • eine andere abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung

 

Verkürzung der Ausbildung um 1 Jahr auf 2 Jahre möglich:

  •  für staatlich anerkannte Altenpflegehelfer/innen und Krankenpflegehelfer/innen (in Nordrhein-Westfalen, wenn der Durchschnitt der Noten auf Ihrem Prüfungszeugnis mindestens 2,4 beträgt)- unabhängig von den Abschlussnoten für staatlich anerkannte Altenpflegehelfer/innen und Krankenpflegehelfer/innen, wenn mindestens 12 Vollzeitmonate Berufstätigkeit in Pflegeeinrichtungen (Teilzeitbeschäftigungen werden in Vollzeit umgerechnet) nach Abschluss der Helferausbildung nachgewiesen werden können (gilt in Nordrhein-Westfalen nur, wenn die verkürzte Fachkraftausbildung von der Arbeitsagentur oder vom Jobcenter gefördert wird)
  • für Pflegehilfskräfte ohne Helferausbildung und für Betreuungskräfte, deren verkürzte Fachkraftausbildung von der Arbeitsagentur oder vom Jobcenter gefördert wird, wenn mindestens 24 Vollzeitmonate Berufstätigkeit in Pflegeeinrichtungen (Teilzeitbeschäftigungen werden in Vollzeit umgerechnet) nachgewiesen werden können - in Nordrhein-Westfalen müssen Sie sich zuvor dem berufspsychologischen Test bei der Arbeitsagentur und einer Kompetenzfeststellung unterziehen.

 

  • NEU: für staatlich geprüfte Sozialhelferinnen und Sozialhelfer (jetzt Sozialassistentinnen und Sozialassistenten)     (nur in Nordrhein-Westfalen, wenn der Durchschnitt der Noten auf Ihrem Abschlusszeugnis ohne Mathematik, Englisch und den Differenzierungsbereich mindestens 2,4 beträgt)

                Wir beantragen für Sie bei der zuständigen Behörde die Verkürzung.

 

Ausbildungsverlauf und Ausbildungsvergütung

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Ausbildung umfasst theoretischen und praktischen Unterricht sowie die praktische Ausbildung in einem Heim, einer stationären Pflegeeinrichtung oder in einer ambulanten Pflegeeinrichtung. Unterricht und praktische Ausbildung wechseln sich in mehrwöchigen Blöcken ab.


Erfolgt die Ausbildung in Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder Einrichtungen von Ausbildungsträgern, die sich an die Regelungen des öffentlichen Dienstes anlehnen, gelten grundsätzlich die tariflich vereinbarten Ausbildungsvergütungen. Bei den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden wie Caritas oder Diakonie gelten in der Regel die Arbeitsvertragsrichtlinien der Kirchen (AVR-K). Private Träger haben entweder Haustarifverträge oder handeln ihre Vergütung frei aus.

 

Ausbildungsvergütung

Die Vergütung beträgt (Stand August 2017, AVR):

1. Ausbildungsjahr:        1.040,69 Euro
2. Ausbildungsjahr:        1.102,07 Euro
3. Ausbildungsjahr:        1.203,38 Euro

 

Inhalte der theoretischen Ausbildung

Der praxisorientierte Unterricht umfasst mindestens 2.100 Stunden. Unterrichtsziel ist es, die Schülerinnen und Schüler auf berufliche Aufgabenstellungen und mögliche Handlungsabläufe praxisnah vorzubereiten.
Die Schule entwickelt zu den unterschiedlichen Lernfeldern fächerübergreifende Lernsituationen mit konkretem Bezug zu den Aufgaben des Berufsalltags. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler von den Lehrkräften beratend und unterstützend begleitet.

Inhalte der praktischen Ausbildung

Ziel der praktischen Ausbildung ist es, die im Unterricht vermittelten Kenntnisse umzusetzen und zu vertiefen. Da ein Großteil der Pflegepraxis in den Pflegeeinrichtungen erfolgt, findet auch hier die praktische Ausbildung überwiegend statt. Die ausbildende Einrichtung stellt die Praxisanleitung sicher.

 

Von den vorgesehenen mindestens 2.500 Stunden der praktischen Ausbildung entfallen mindestens 2.000 Stunden auf die Ausbildung in stationären und ambulanten Einrichtungen.  Weitere Teile der praktischen Ausbildung werden auch in weiteren Einrichtungen der Altenpflege, wie z.B. Geriatrischen Kliniken und Gerontopsychiatrischen Einrichtungen absolviert.


Quelle: www.altenpflegeausbildung.net [04.07.2013]